Drei Angestellte der Discothek "Bolero" habe in der vergangenen Woche vor dem Landgericht Wuppertal ausgesagt, berichtet die MALLORCA ZEITUNG. In dem Verfahren geht es um den Tod der 15-jährigen Stefanie Rüggeberg, die im Sommer 2002 auf einem Grundstück bei Llucmajor tot aufgefunden worden war. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte Torsten T. das Mädchen aus sexuellen Motiven mit Chloroform betäubt und später getötet hat. Eine Kellnerin der Discothek sagte aus, Torsten T. habe damals 2 Wochen lang den Nissan-Kleinbus des Bandleaders des "Bolero" genutzt. Die Ermittler vermuten, dass die Leiche in dem Fahrzeug transportiert wurde. Im Rahmen der Ermittlungen hatte ein Leichenspürhund in dem Fahrzeug angeschlagen.
Inzwischen ist auch der verdeckte Ermittler (VE) "Dieter", der als angeblicher Mitgefangener T. in seiner Zelle ausgehorcht hat und hierbei verkabelt war, 5 Stunden lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden. T. hatte dem VE angeblich gestanden, das Mädchen versehentlich getötet zu haben. Nach einer Ohrfeige sei die 15-Jährige unglücklich gestürzt und habe sich tödliche Kopfverletzungen zugezogen. An den nächsten Verhandlungstagen sollen die Gesprächsaufzeichnungen angehört werden. Die Verteidigung hält die auch aus meiner Sicht äußerst fragwürdige Ermittlungsmethode für unzulässig und hatte vergeblich beantragt, die Vernehmung des Zeugen und das Abspielen der Bänder nicht zuzulassen. Für den Fall einer Verurteilung hat sie bereits Revision angekündigt.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER